Bookspot: Seit wann schreiben Sie und was hat Sie zum Schreiben gebracht?

Serena J. Harper: Das Lesen und das Erz√§hlen von Geschichten geh√∂ren beide zu meinem Leben, seit ich denken kann ‚Äď ich hatte das enorme Gl√ľck, in einem Haus voller B√ľcher aufzuwachsen. Ich habe schon in der Grundschule kleine Geschichten geschrieben, aber im Alter von etwa 11 Jahren wurde daraus dann mein gr√∂√ütes Hobby. Als ich 13 wurde, bin ich dann dem Literaturzirkel unserer Schule beigetreten, und habe dar√ľber begonnen, meine ersten Novellen zu ver√∂ffentlichen.

Aber hinter all diesen Dingen steckt nat√ľrlich viel, viel mehr ‚Äď das Schreiben ist weniger eine Entscheidung als ein innerer Drang, den ich bereits als Kind sehr intensiv gesp√ľrt habe. Sich ihm zu verweigern, w√§re um ein Vielfaches schwerer, als ihm einfach nachzugeben.

 

Bookspot: Was inspiriert Sie generell und was war die Inspiration zu Ihrem (letzten) Werk?

Serena J. Harper: Als begeisterter Leser, Bewunderer von gestaltender Kunst und Fan von anderen narrativen Medien wie Filmen, Videospielen und Musicals habe ich mich immer in bester Gesellschaft befunden, was Inspiration bedeutet ‚Äď ich habe das Gef√ľhl, dass jeder Satz, den ich je gelesen habe, eine kleine Spur in mir hinterlassen hat. Einige fantastische Autoren sind ma√ügeblich mitverantwortlich daf√ľr, wie und welche Geschichten ich erz√§hlen m√∂chte. Ganz viel Inspiration bietet auch die tats√§chliche Historie der Welt mit all ihren verschiedenen Kulturen und Monarchen, den epischen Schlachten, der Sch√∂nheit und den Gr√§ueln vergangener Tage. F√ľr ‚ÄěDas Zeichen der Erzk√∂nigin‚Äú waren dabei nat√ľrlich die nordische Mythologie und der keltische Sagenhintergrund sehr einflussreich.

Und dann gibt es nat√ľrlich auch diese besonderen Momente, wenn man ein Lied h√∂rt oder ein Bild sieht, und pl√∂tzlich ist da dieses tiefe W i s s e n, was f√ľr eine Geschichte dahinterstecken muss.

Aber eigentlich ist Inspiration nur ein kleiner Teil ‚Äď darauf folgt n√§mlich das Visualisieren und, wenn m√∂glich, auch ein kleines Brainstorming mit meiner literarisch begabten besten Freundin, die mir hilft, Ideen zu filtern.

 

Bookspot: Haben Sie eine Schreibtradition? (Bsp.: Trinken Sie immer einen Kaffee bevor, Sie schreiben?, Läuft immer eine bestimmte Musik im Hintergrund?, …)

Serena J. Harper: Nein, die habe ich nicht. Ich schreibe jeden Tag, ohne Ausnahme (oder eher jede Nacht ‚Äď ab 23 Uhr erreicht meine Kreativit√§t n√§mlich ihre Spitzenwerte). Nicht alles davon ist perfekt verwertbar, aber f√ľr mich funktioniert das System, diszipliniert an diese Aufgabe heranzugehen, am besten. Musik geh√∂rt absolut dazu, aber welche das ist, h√§ngt komplett von der Stimmung der jeweilig zu schreibenden Szene ab. Der Rest passiert in meinem Gedankenpalast, in dem ich meine Geschichte visualisiere.

 

Bookspot: Was hilft Ihnen in Ihrem Schreibprozess? (Nutzen Sie bestimmte Programme zur Plotplanung?, Was machen Sie, wenn Sie eine Schreibblockade haben, …)

Serena J. Harper: Das kommt auf die Phase des Schreibens an. Zu Beginn eines Werkes mache ich gerne handschriftliche Notizen und baue so ein Grundger√ľst meines Plots auf. Ich finde auch Steckbriefe, die ich die Charaktere in meinem Gedankenpalast mental ausf√ľllen lasse, ungemein hilfreich. Eine gewisse Planung ist f√ľr mich unerl√§sslich bei mehreren Erz√§hlercharakteren und einer Vielzahl von Nebencharakteren, deren Handlungsstr√§nge logisch miteinander verkn√ľpft werden m√ľssen.

Aber wenn meine Charaktere mich pl√∂tzlich √ľberraschen, weil sie mir mitten im Buch etwas Neues √ľber sich verraten, dann h√∂re ich gerne auf sie und lasse ihnen diesen Freiraum. Es ist ihre Geschichte ‚Äď nicht meine.

 

Bookspot: Mit welcher literarischen Figur identifizieren Sie sich am meisten?

Serena J. Harper: Sansa Stark aus George R. R. Martins ‚ÄěDas Lied von Eis und Feuer‚Äú.

 

Bookspot: Lesen Sie gern in dem Genre, in dem Sie schreiben?

Serena J. Harper: Nein, ich bin nur auf das schnelle Geld aus. ūüėČ Spa√ü beiseite: Fantasy ist mein absolutes Lieblingsgenre! Das war es immer ‚Äď und das wird es auch immer bleiben. Die Welt der Phantastik hat so enorm viel zu bieten und zeigt so viel Varianz. Allein die Unterschiede zwischen moderner Urban Fantasy und klassischer High Fantasy bieten Autoren wie Lesern einen riesigen Spielraum. In gewisser Weise ist es das √§lteste Genre der Welt ‚Äď was sonst sind die Mythologien versunkener Kulturen als Fantasyepen? Um keinen Preis w√ľrde ich dieses Genre verlassen wollen.

 

Bookspot: Welche*n Schriftsteller*in bewundern Sie und warum?

Serena J. Harper: Ich bewundere sehr viele meiner Kollegen und Kolleginnen ‚Äď besonders die, die noch gar nicht wissen, dass sie selbst Schriftsteller*innen sind und noch √ľber ihren Texten br√ľten. Nur, wer selbst schreibt, ahnt, was f√ľr ein Knochenjob das ist. Nicht aufgeben, ihr Lieben!

 

Bookspot: Wo wollten Sie schon immer mal hin? (egal ob fiktiv oder real)

Serena J. Harper: Ist das nicht das Wunderbare am Schriftstellerdasein? Egal, wo ich hinmöchte, Stift und Papier oder mein Laptop bringen mich dorthin.

 

Infos:

  • Autorin: Serena J. Harper
  • Titel: Das Zeichen der Erzk√∂nigin
  • Edition DrachenStern,¬†ein Imprint des Bookspot Verlags
  • ISBN: 978-3-95669-150-8
  • Klappenbroschur¬†mit Lesezeichen, 816¬†Seiten
  • Preis: 17,95 ‚ā¨ (Print), 9,99 ‚ā¨ (E-Book)