464 Seiten Straßburg im April 1368: Nach einem heftigen Streit mit seinem Ziehbruder bricht der junge Steinmetz Wulf Steinhauer nach Ulm auf, um den Traum zu verwirklichen, der seinem Ziehvater Bertram versagt geblieben ist. Er will an einer der prächtigsten Kirchen des Abendlandes mitarbeiten – dem Ulmer Münster. Nachdem er erfahren hat, dass er nicht der Spross einer Handwerkerfamilie ist, treibt ihn auch die Suche nach seinen leiblichen Eltern dazu, seine Heimatstadt Straßburg zu verlassen. Ausgestattet mit seinem Werkzeug und dem einzigen Erbstück seiner wahren Mutter, der Gräfin von Württemberg, macht sich der Jüngling auf den Weg in die schwäbische Handelsmetropole. Dort angekommen, verliebt sich Wulf in Brigitta von Ensingen, die temperamentvolle Tochter des Baumeisters. Brigitta erwidert nach anfänglichem Zögern seine Gefühle, doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Ortwin, der arrogante und grausame Gehilfe ihres Vaters, hat ein Auge auf das schöne Mädchen geworfen … Das Erbe der Gräfin ist der zweite Teil der Trilogie über die wegen ihres Münsters weltbekannte Stadt Ulm und die – fiktiven – Schicksale der Menschen, die dort lebten und liebten, arbeiteten und litten. Der dritte Teil Die Heilerin des Sultans führt von Ulm über Venedig bis an den Hof des Sultans. | |
Kritiken
Der Autorin gelingt mit „Das Erbe der Gräfin“, dem zweiten Roman ihrer dreiteiligen Ulm-Reihe, ein unterhaltsames, spannendes Buch mit Sinn für das Leben vor fast 700 Jahren. Für Freunde historischer Stoffe sehr empfehlenswert. Ruhr Nachrichten
Mit Silvia Stolzenburgs Roman "Das Erbe der Gräfin" erfährt man Historie als ein schillerndes Geflecht aus großen Emotionen, Spannung und Wohlgerüchen. So wird die Lektüre dieser einzigartigen Geschichte zu einem berauschenden Erlebnis, von dem man noch lange zehren kann. Ihr zweites Buch beweist es: Die deutsche Autorin beherrscht das Schriftstellerhandwerk bis zur Perfektion, denn ihre große Begabung liegt darin, historische Ereignisse mit Fiktion zu füllen und dies zum Rezipienten zu tragen - ganz wie ein guter Roman sein sollte. Mit "Das Erbe der Gräfin" hat Stolzenburg der perfekten Urlaubsschmöker geschrieben, denn diese spannende Liebesgeschichte berührt das Herz seiner Leser bis in dessen tiefsten Innern. Susann Fleischer - Literaturmarkt
Auch im 2. Teil der Ulmer Münsterbau-Trilogie (vgl. "Die Launen des Teufels", ID-G 50/10) beschreibt Silvia Stolzenburg sachkundig das Leben im Mittelalter in der prosperierenden Königsstadt, die dennoch nur Kulisse für das erbitterte Ringen Wulfs um seine Identität und die Liebe zu Brigitta darstellt. So wie das mächtige gotische Bauwerk Konturen annimmt, entwickelt die Autorin Wulfs felsenfesten Charakter, während sie mit Widersacher Ortwin Brutalität und Intrigen spannend ins Spiel bringt. Mit der Figur des Adligen Wulf von Katzenstein schafft sie eine differenzierte Form der Charakterisierung. Mit vielen Ausschmückungen, leichter Lesestoff, spricht Leserschaft auch über Ulm hinaus an. Renate Schattel/ekz-Bibliotheksdienst
Spannung bietet dieser Roman nun wirklich satt, die jeweiligen Kapitelenden treiben die Handlung in rasantem Tempo voran. Die
Figuren sind vielschichtig und mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, lediglich der Finsterling Ortwin erscheint manchmal ein wenig sehr finster. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, ich habe mich sogar oft dabei ertappt, wie ich ihn von ganzem Herzen verabscheut habe - das geht wohl nur bei "echten" Fieslingen. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sorgen, genau wie die bildhafte Sprache der Autorin, für feinsten Lesegenuss.
Fazit: Der Roman steht seinem Vorgänger in nichts nach, er ist sogar noch fesselnder. Meine Empfehlung für jeden, der spannendes Mittelalter, fein gezeichnete Figuren und (für diese Genre erstaunlich) geschmackvolle Liebesszenen zu schätzen weiß. Tobias Halberstädt, literaturschock.de
Der zweite Teil der Ulm-Trilogie um die Ritter von Katzenstein ist noch authentischer und spannender, als der erste Teil! Peter Hardcastle, Autor
Nach dem ersten Band, "Die Launen des Teufels", war ich ja schon völlig begeistert, doch der zweite Band stellt alles in den Schatten! Histofan, amazon 5*
